04 Jun

Bokashi

Was ist Bokashi?

Der Begriff „Bokashi“ kommt aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie „fermentierte Küchenabfälle“. Gemeint ist ein Prozess, der mit Hilfe von EM-Bakterien von Statten geht.

Dabei werden EM-Bakterien (aus dem Englischen für: „Effective Microorganisms“) den gesammelten Obst und Gemüseresten aus der Küche zugeführt und luftdicht  in einem Kübel oder einem Plastiksack verschlossen. EM-Bakterien wurden von dem japanischen Argrarwissenschafter Prof. Higa entdeckt.

Eine EM – Lösung besteht aus natürlich vorkommenden, nicht genveränderten Mikroorganismen, die zum natürlichen Lebensraum unserer Umwelt gehören. EM-Lösungen können im Internet sowie im spezialisierten Einzelhandel erworben werden .

EM-Bakterien haben einen günstigen Einfluss auf die Verrottung von organischen Abfällen, da sie die Entstehung von Faulgasen und unerwünschten Schimmelpilzen unterdrücken. Das fertig fermentierte Material wird Bokashi genannt. Wir verwenden für unseren Kompost halbfertigen Bokashi.

So kannst Du selbst halbfertigen Bokashi für unseren Kompost à la Johanna herstellen:

Gemüse und Obstreste klein schneiden und in ein luftdichtes Plastiksackerl geben. 1/2 TL , TL oder EL (je nach Menge) EM-Bakterien zufügen (man benötigt wirklich nur einen sehr kleinen Schuss EM-Bakterienlösung). Die EM-Bakterien können in unserer Hütte aus dem beschrifteten weißen Plastikgefäß (links im Regal) abgefüllt werden. Eine kleine Plastikflasche reicht sehr lange. Es macht nichts, wenn die Bakterien leicht schimmeln (das tun sie nach ca. 3 Wochen …).

Das Sackerl mit Gemüseschnipsel und EM-Bakterien nun luftdicht verschließen und nach und nach Gemüse- und Obstreste zufügen. Es bildet sich eine Flüssigkeit, diese riecht leicht säuerlich aber stinkt nicht. Wenn sämtliche Flüssigkeit vom dazugekommenen Gemüse aufgesaugt wurde, wieder wenig  EM-Bakterienlösung zugeben. Das voll gefüllte Sackerl ruhen lassen. Nach 2-4 Wochen das Sackerl mit den bereits fermentierten Küchenabfällen in die schwarze Kiste hinter der Hütte auf den dort stehenden Kübel legen (luftdicht verschlossen!) oder in den Kübel am Boden der schwarzen ehemaligen Kompostkiste zufüllen (vorsicht, Deckel ist schon etwas marode). Den Bokashi im großen Bokashi-Kübel mit einem Stein oder einem Stock untertauchen, umrühren und den Deckel wieder luftdicht verschließen. Der halbfertige Bokashi wird nach und nach vom Kompostteam in unseren Kompost eingearbeitet.

Da wir sehr viel Material benötigen, ist es hilfreich wenn sich viele Gärtner_innen an der Bokashiproduktion beteiligen.

Das gehört in den Bokashieimer (oder das Bokashisackerl)

  • Biologische und klein geschnittene Küchenabfälle (Obst-, Kräter- und Gemüsereste)
  • Kaffeesatz
  • Teesackerl (ohne Metallklammer)
  • eine sehr kleine Menge EM-Lösung

Das gehört NICHT in den Bokashikübel

  • gekochten Essensreste (auch keine Kartoffelschalen)
  • Protein (Fleisch, Fisch, Käseabfälle: diese locken Ratten und Mäuse an)
  • Zitrusfrüchte (auch nicht bio)
  • gespritzte Küchenabfälle (bitte ausschließlich biologische Abfälle verwenden)
  • Gummiringerl oder anderes Plastik
  • ganze Gemüseabfälle (bitte Gemüse klein schneiden)
  • Bio-Sackerl aus Kartoffelstärke für den Kompost (diese verrotten nicht oder nur sehr sehr langsam)
  • Aschereste
  • Schnittblumen oder kaputte Zimmerpflanzen
  • bedruckte Zeitungen, bedruckter Karton

 

04 Jun

Eierschalen

Unzerkleinerte und nicht gereinigte Eierschalen dürfen nicht in den Kompost, da sie nur sehr schwer verrotten und die Gefahr eines Salmonellenbefalls droht.

 

So kannst du Eierschalen für unseren Kompost vorbereiten

Eierschalen mit kochendem Wasser ausspülen (so wird Salmonellen vorgebeugt) und trocknen lassen. Die trockenen Eierschalen dann mit einem Mörser zu einem feinen Pulver verarbeiten. Ich sammle das Eierschalenpulver in einem Schraubglas bis ich eine größere Menge habe, die auf den Kompost gestreut werden kann. Das Eierschalenpulver  liefert Kalk, Kalzium und andere wertvolle Mineralien. Allerdings sollte nicht zu viel Eierschalenpulver in den Kompost eingearbeitet werden.

 

 

Eierschalen werden im Mörser zerkleinert.

 

 

 

 

Das Eierschalenpulver kann in Schraubgläsern gesammelt werden.

04 Jun

Kaffeesatz

Kaffeesatz ist nicht nur ein hervorragender Dünger für Garten und Zimmerpflanzen, sondern schreckt Schädlinge wie Blattläuse und Ameisen ab und lockt Regenwürmer an, die den Boden lockern.

Kaffeesatz enthält die selben Elemente, aus denen auch Volldünger besteht, nämlich Phosphor, Kalium und Stickstoff. Außerdem senkt Kaffeesatz den PH-Wert der Erde und macht diese leicht sauer. Unsere Erdbeeren und Rosen fühlen sich in einem schwach sauren Boden am wohlsten.Besonders für unsere Erdbeeren ist Kaffeesatz als Düngemittel hervorragend geeignet. 

Am besten düngt man Erdbeeren mit Kaffeesatz nach dem Setzen im Juli oder August, im Frühjahr und direkt nach der Ernte. Zusätzlich sollte noch die selbe Menge Hornmehl zugeführt werden, damit die Erdbeeren alle wichtigen Nährstoffe bekommen.

Nach dem Pflanzen gibt man pro Pflanze ca. 1 EL Kaffeesatz + 1EL Hornmehl. Im Frühjahr genügt die halbe Menge pro Pflanze, nach der Ernte darf es ruhig ein gehäufter EL sein.

Zum Düngen mischt man den getrockneten Kaffeesatz mit der gleichen Menge Hornmehl und streut das Gemisch um die Pflanzen und arbeitet es leicht in den Boden ein. Danach werden die Erdbeeren gut gegossen. Nach drei Jahren tragen Erdbeeren nicht mehr sehr viel, daher hat es sich bewährt, Erdbeeren nach dem dritten Jahr zu entfernen und in einem anderen Beet neue Erdbeeren zu pflanzen. Wir düngen auch die frisch gepflanzten Erdbeeren wie beschrieben. .

Kaffeesatz darf nicht in unbegrenzten Mengen direkt in die Beete gestreut werden. Überschüssige Mengen gehören in den Kompost. Auch ein EL getrockneter Kaffeesatz vorsichtig in die Erde von Zimmerpflanzen eingearbeitet, hat sich als Dünger bewährt. Kaffeesatz vor dem Ausstreuen trocknen, so wird Schimmelbildung vermieden. 

Unsere Erdbeeren lieben als Dünger eine Mischung aus Kaffeesatz und Hornmehl.

2017 ist das zweite Jahr für unsere Erdbeeren und ihnen gefällt es im Matznergarten, sie wuchern wie Unkraut.

04 Jun

Kompost à la Johanna

Wir produzieren Kompost à la Johanna.

Wir beginnen mit dem Aufschichten eines neuen Komposthaufens immer im neuen Gartenjahr Anfang März. Das Aufschichten des Komposthaufens wird bis ca. 21.6. (Sommersonnenwende) fortgesetzt. Ab dem 21. Juni wird der Kompost luftdicht – entweder mit einer Plastikfolie oder mit einer dicken Schicht Laub – abgedeckt und darf jetzt ca. drei Monate rasten. Alle zwei Wochen wird der Kompost gut gewässert. Abgesehen vom Wässern wird unser Kompost ab der Sommersonnenwende in Ruhe gelassen, damit der Verrottungsvorgang nicht gestört wird, d.h. es wird ab der Sommersonnenwende kein weiteres Material mehr aufgeschichtet. Ab September/ Oktober ist der Kompost à la Johanna fertig und kann ausgesiebt werden. Der Kompost kann im Herbst zur Vorbereitung auf das kommende Gartenjahr in die Erde der Beete locker eigearbeitet werden.

Unser Kompost besteht aus 4 unterschiedlichen Schichten:

1.) Grobes, noch nicht oder halb verrottetes Material. Das ist das Material, das beim Sieben unseres Komposts vom Vorjahr übrig geblieben ist,  z.B. kleine Äste, halbverrotteter Gras- und Strauchschnitt …

2.) Neues Material aus dem Garten, das extra gesammelt wird, z.B. Grasschnitt und Grünzeug, angetrocknet. Dieses wird ausschließlich in sehr dünnen Schichten aufgetragen, der Grasschnitt wird dabei vorsichtig mit einer Gabel mit dem Grünzeug vermischt.

3.) Halbfertiger Bokashi, in unregelmäßigen „Haufen“ aufgetragen. Wie wir halbfertigen Bokashi herstellen erfährst du hier

4.) Zusätzlich wird über jede einzelne Schicht eine dünne Schicht Kohle gestreut und zwar ca. in der Stärke, in der ein Faschingskrapfen angezuckert wird. Die Kohle soll den Geruch des halbfertigen Bokashi vollständig neutralisieren. Unsere Kohle ist eine feingemahlene Bio-Holzkohle aus Hartholz aus Mariazell/ Kalte Kuchl. Herkömmliche Grillkohle sollte nicht verwendet werden.

Die erste Schicht besteht aus grobem Material, das vom Sieben des Komposts vom Vorjahr übrig geblieben ist. Dieses zieht die Regenwürmer an, da der Verrottungsprozess bereits begonnen hat. Außerdem befinden sich bereits etliche Wurmeier in diesem Material.

Auf die erste Schicht kommt ca. eine Hand voll fein gemahlener Kohle.

Die zweite Schicht besteht aus einer dünnen Schicht Grasschnitt. Der Grasschnitt (Reste vom Rasenmähen) sollte bereits trocken oder angetrocknet sein. Auch auf diese Schicht wird eine Hand voll Holzkohle gestreut.

Die dritte Schicht besteht aus halbfertigem Bokashi. Diese Schicht wird nicht gleichmäßig aufgetragen sondern brockenweise in ca. faustgroßen Brocken unregelmäßig auf der ersten Schicht verteilt. Die Brocken bieten den Regenwürmern eine Heimat, sie dienen den Würmern als Brutnester. Über die Bokashibrocken eine dünne Schicht Bio-Holzkohle streuen und zwar so viel, dass der säuerliche Geruch des halbfertigen Bokashi vollständig neutralisiert wird.

Ist der Haufen zu trocken, mit einer 10l Gießkanne sowie zusätzlich zwei guten Spritzern EM-Bakterien gut gießen.

Die nächste dünne Schicht besteht wieder aus grobem Material + einer Faust gemahlener Kohle.

Darüber kommt nun wieder gesammelter und bereits getrockneter Grasschnitt und anderes Grünzeug, das sehr dünn aufgetragen wird + einer Hand voll Kohle.

Darauf wieder halbfertigen Bokashi, in faustgroßen Haufen auftragen und mit Kohle „angezuckert“.

Generell gilt es darauf zu achten, dass von einem Material nie zu viel aufgetragen wird.

So wird weiter Schicht für Schicht aufgetragen, bis alles Material verbraucht ist. Ist der Haufen vorerst aufgeschichtet, wird er gut mit Em_Bakterien versetztem Wasser gegossen. Wir verwenden für das Gießen mit der Gießkanne immer einen Brauseaufsatz, damit alle Schichten des Komposthaufens gleichmäßig gewässert werden.

Zum Schluss wird der Kompost mit einer Plastikfolie oder einer dicken Schicht Laub luftdicht abgedeckt.

Im Laufe des Gartenjahres fallen durch Mähen und anderer Arbeit im Garten (Strauchschnitt, jäten …) weitere Materialien an. Wir sammeln die Materialien gesondert und sobald genug von jedem Material zusammengekommen ist, wird der Komposthaufen weiter aufgeschichtet.

Alle zwei Wochen wird der Kompost gut gewässert. Das ist sehr wichtig, damit die Pilze, Bakterien, Würmer und Kleinstlebewesen, die die wichtige Verrottungsarbeit leisten, nicht sterben. Asseln, Schnecken, Käfer und Würmer helfen auch fleissig bei der Umsetzung des organischen Materials mit. Wir schichten bis zum 21.6. des Jahres. Danach darf der Komposthaufen bis September/ Oktober ungestört rasten. Der Kompost à la Johanna benötigt etwa drei Monate, bis er „reif“ ist. Der fertige Kompost wird durch ein grobes Sieb geschmissen. Das beim Sieben übrig gebliebene grobe Material wird auf einem extra Haufen für den Komposthaufen für das kommende Gartenjahr gesammelt. Der gesiebte Kompost wird in Säcke gefüllt und den Gärtner_innen zur Verfügung gestellt.

Vom 21.9. bis 21.10. wird der gesiebte Kompost auf den Beeten verteilt. Feines Material wird zuerst aufgetragen, grobes kommt darüber. Den Kompost leicht in die Erde des Hochbeetes einarbeiten.

Das darf in den Kompost à la Johanna

  • Bereits trockener oder angetrockneter Grasschnitt, Grünabfälle aus dem Garten. Bitte nicht selbst aufschichten sondern auf einem separierten Haufen schichten.
  • Strauchschnitt und Baumschnitt
  • Grobes Material aus dem Kompost des Vorjahres.
  • Halbfertiger Bokashi (vorfermentierte Gemüse und Obstabfälle, mit EM-Bakterien geimpft im Sackerl oder direkt in den Bokashikübel, mind. 2 Wochen gerastet). Mehr Information zur Bokashi-Vorbereitung findest du hier
  • Eierschalen ja, allerdings bitte, wie in diesem extra Beitrag beschrieben, heiß ausgewaschen, getrocknet und zerkleinert, dünn aufgestreut. Bitte nicht selbst aufstreuen sondern Eierschalen in einem Schraubglas in der Hütte lagern.
  • Kaffesatz und Teesackerl entweder in einer Schüssel trocknen und dann in den Kompost einarbeiten, oder dem Bokashieimer (oder dem Bokashisackerl) zuführen. Kaffeesatz ist ein toller Dünger und soll so manchen Schädling wie z.B. die Nacktschnecke vertreiben.
  • Pferdemist
  • Fein zermahlene Bio-Kohle.

Das darf NICHT in den Kompost à la Johanna

  • Nicht fermentierte Gemüse- und Obstreste
  • Gekochten Essensreste (auch keine Kartoffelschalen)
  • Protein (Fleisch, Fisch, Käseabfälle: diese locken Ratten und Mäuse an)
  • Zitrusfrüchte (auch nicht bio)
  • Ganze, ungewaschene Eierschalen
  • Gespritzte Küchenabfälle (bitte ausschließlich biologische Abfälle verwenden)
  • Gummiringerl oder anderes Plastik (Vorsicht bei Pflanzenringen)
  • Bio-Sackerl aus Kartoffelstärke (diese verrotten nicht oder nur sehr sehr langsam)
  • Aschereste
  • Schnittblumen oder kaputte Zimmerpflanzen
  • Gemüsepflanzenreste aus dem Beet (Aussamung, Pilze: Reste aus dem Beet zu Bokashi fermentieren, wie in einem extra Beitrag beschrieben.)
  • Unkraut – bitte kein Unkraut auf den Kompost werfen. Dieses Samt aus und vermehrt sich. Unkraut zum Mulchen am Boden um  die Beete verwenden. Nie mit Unkraut in den Beeten selbst mulchen. Hat das Unkraut noch keine Samen gebildet, kann es auf den Haufen mit Grasschnitt gegeben werden. Unkraut kann auch mit EM-Bakterien fermentiert werden.
  • Frischer Grasschnitt: bitte keinen Grasschnitt vom Mähen auf den Kompost werfen. Den Grasschnitt auf einen Extrahaufen neben dem Kompost locker aufschichten und trocknen lassen. Wir benötigen den Grasschnitt außerdem zum Mulchen.
  • Bedruckte Zeitungen oder bedruckter Karton
  • Kleberreste auf Karton

 

Conni beim Aussieben des alten Komposts von 2016

Die beiden Mäusebabys haben wir beim Ausschaufeln des alten Komposthaufens gefunden.